Brigitta Nell-Düvel: "Unterirdisch gut"

28.11.2007: GRÜNE Landratskandidatin freut sich über die Erdverkabelung der 110-kV-Leitung - Sieg der Beharrlichkeit

"Unterirdisch gut" findet die GRÜNE Landratskandidatin Brigitta Nell-Düvel die nun gefundene Lösung um die 110-kV- Hochspannungsleitung zwischen Büdingen und Altenstadt. Damit kommt ein siebzehnjähriger beharrlicher Kampf gegen eine im Seemenbach- und Niddertal drohende oberirdische Hochspannungsleitung zu einem guten Ende. Einziger Wermutstropfen in der nun gefundenen Vereinbarung ist der Umstand, dass offensichtlich nur durch den Beitrag der Allgemeinheit die landschafts- und naturzerstörende Variante verhindert werden konnte.

Offenbar hat die Kreisspitze unter Führung des scheidenden Landrats Rolf Gnadl, zugleich vehementer Gegner einer 110-kV-Freileitung, nun den Knoten im jahrelangen Kampf um deren Erdverlegung zerschlagen. Während seit geraumer Zeit das Planfeststellungsverfahren für die Freileitung läuft, wurde im Kreishaus an einer Möglichkeit gebastelt, dieses Verfahren aufhalten zu können. Das scheint nun gelungen. Die Mehrkosten für die Erdverkabelung sollen über den Kreisausgleichsstock, durch die Kommunen und die OVAG per Umlegung auf die Stromkunden aufgebracht werden. Nell-Düvel dazu: "Einerseits ist es nur schwer erträglich, dass ein Energiegigant wie die e.on, die sich zuletzt mit enormen Gewinnen an der Börse feiern ließ, die Mehrkosten für die Erdverkabelung nicht zu tragen bereit ist. Andererseits scheint die nun gefundene Lösung der einzige Weg zur Abwendung der oberirdischen Hochspannungsleitung zu sein. Wenn es keinen anderen gibt um die Belange von Natur und Kultur in der Wetterau zu schützen, dann ist dieser Weg letztlich zu begrüßen."

Nell-Düvel erinnert an die Stationen der Auseinandersetzung: Seit 1991 geht es um die Frage ‚Freileitung oder Erdkabel‘. Zusammen mit den Naturschützern, aber auch örtlichen Politikerinnen und Politikern vertraten die GRÜNEN eine klare Position gegen eine das Tal durchziehende Hochspannungsleitung. Nicht so die Regionale Planungsversammlung, die gegen die GRÜNEN-Stimmen vor zehn Jahren im Raumordnungsverfahren pro Freileitung votierte. Während die Befürworter, allen voran die e.on, die Mehrkosten für die Erdverlegung hochrechneten, trat der vor Ort verankerte Widerstand beharrlich für die umweltschonendere Variante ein und legte anders lautende Berechnungen zu den Kosten des Erdkabels vor. Schließlich kamen mit der Entdeckung des keltischen Fürstengrabs am Glauberg bis hin zum nun dort entstehenden Landesmuseum kulturelle Aspekte zu denen des Naturschutzes hinzu. Dennoch konnte das Planfeststellungsverfahren zur Genehmigung der Freileitung nicht gestoppt werden.

Dieses Verfahren ist offiziell beim Regierungspräsidium immer noch im Gange. Die nun gefundene Lösung pro Erdkabel ist die Chance um es zu stoppen. "Was gute Argumente zum Schutz von Natur und Kultur nicht vermocht haben, das sollte durch die Finanzierung der Mehrkosten nun möglich sein. Im Übrigen benötigt die Erdverkabelung im Gegensatz zur Freileitung nur eine Plangenehmigung ähnlich einer Gasleitung, was für eine kurzfristige Realisierung dieser Variante spricht", zeigt sich Nell-Düvel überzeugt.

Letztlich ist das gelungene Abwenden der Freileitung ein Sieg der Beharrlichkeit und der Vernunft. Es ist auch ein Zeichen dafür, dass sich Engagement gegen vermeintliche Sachzwänge lohnt. Nell-Düvel abschließend: "Mit Blick auf die Möglichkeiten, die sich künftig durch Nahtourismus und das herausragende Projekt des Keltenmuseums ergeben, ist die Verhinderung der oberirdischen 110-kV-Hochspannungsleitung zweifellos ein Sieg für die ganze Wetterau!"